Anhänger mieten von privat: Führerschein, Kosten und Regeln · Nutze.app
Anhänger mieten von privat: Führerschein, Kosten und Regeln
Chris Wernsmann··4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt: Für die meisten Miet-Anhänger reicht dein normaler Autoführerschein. Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse darfst du mit Klasse B immer ziehen – und schwerere auch, solange Auto und Anhänger zusammen unter 3.500 kg bleiben. Preislich starten Planenanhänger ab etwa 21 € pro Tag; auf Nutze findest du Anhänger von Verleihern und Privatpersonen direkt in deiner Nähe – ohne lange Anfahrt.
Welcher Führerschein für welchen Anhänger?
Die wichtigste Regel vorweg: Es zählt die zulässige Gesamtmasse (zGM) laut Fahrzeugpapieren, nicht das tatsächliche Gewicht der Ladung. Ein leerer 1.300-kg-Anhänger bleibt führerscheinrechtlich ein 1.300-kg-Anhänger.
Klasse
Was du ziehen darfst
B
Anhänger bis 750 kg zGM immer; schwerere Anhänger, wenn Zugfahrzeug + Anhänger zusammen max. 3.500 kg zGM
B96
Kombinationen bis 4.250 kg zGM – keine Prüfung nötig, nur eine Fahrschul-Schulung (oft als Tageskurs, ca. 300–500 €)
BE
Anhänger bis 3.500 kg zGM; Kombination bis 7.000 kg
C1E
Anhänger über 3.500 kg zGM
Für typische Miet-Fälle – Grünschnitt zum Wertstoffhof, Möbeltransport, Baumaterial – reicht Klasse B fast immer. Eng wird es bei schweren gebremsten Anhängern hinter einem großen SUV: Dann lohnt der Blick in beide Fahrzeugscheine, bevor du buchst. Prüfe außerdem die zulässige Anhängelast deines Autos (Fahrzeugschein, Feld O.1/O.2) – sie ist unabhängig vom Führerschein die zweite Grenze.
Was kostet ein Miet-Anhänger?
Preisbeispiele gewerblicher Verleiher (Stand Juli 2026, Quellen am Artikelende):
Anhängertyp
Tagespreis (Verleiher)
Planenanhänger (gebremst, 850 kg)
ab ca. 21 €
Motorradanhänger
ca. 12–15 €, absenkbar ab ca. 22–45 €
Autotrailer
ca. 50 €
Pferdeanhänger
ca. 48–60 €
Auf Nutze inserieren beide Anbietergruppen: Gewerbliche Verleiher punkten mit großer Auswahl (vom Absenkanhänger bis zum Autotrailer), gewarteten Fahrgestellen und oft einer Tempo-100-Zulassung – private Vermieter mit einfachen Anhängern, die häufig günstiger sind und direkt in deiner Nachbarschaft stehen. Was passt, entscheidet dein Einsatz. Kläre im Inserat, ob eine Kaution fällig ist und ob Zurrgurte oder ein Netz dabei sind.
Tempo: 80 oder 100?
Außerorts gilt für Gespanne grundsätzlich Tempo 80 (§ 3 Abs. 3 StVO) – und zwar auf allen Straßen, auch auf der Landstraße. Die Ausnahme: Hat der Anhänger eine Tempo-100-Zulassung (erkennbar an der Plakette am Heck), darfst du 100 km/h fahren – aber ausschließlich auf Autobahnen und autobahnähnlichen Kraftfahrstraßen mit baulich getrennten Richtungsfahrbahnen, und nur wenn die Bedingungen der Zulassung erfüllt sind (sie hängen u. a. vom Zugfahrzeug und der Bereifung ab). Auf der Landstraße bleibt es also in jedem Fall bei 80. Frag den Vermieter nach der Plakette, wenn du eine längere Autobahnstrecke vor dir hast.
Haftung und Versicherung
Kläre vor der Fahrt zwei Dinge: Erstens, ob der Anhänger zugelassen und das Kennzeichen aktuell ist. Zweitens die Versicherung: Zulassungspflichtige Anhänger brauchen eine eigene Haftpflichtversicherung (§ 8 KfzHV) – dafür ist der Vermieter zuständig, und ein gültiges Kennzeichen setzt sie voraus. Verursacht das fahrende Gespann einen Schaden, regulieren die Haftpflichtversicherer von Zugfahrzeug und Anhänger den Schaden als Gesamtschuldner untereinander. Für Schäden am gemieteten Anhänger selbst haftest du dagegen als Mieter; genau dafür ist das Übergabeprotokoll mit Fotos wichtig, das du bei Nutze direkt in der App erstellst.
Ladung sichern in fünf Schritten
Die Pflicht zur Ladungssicherung ist in § 22 StVO geregelt – verantwortlich bist du als Fahrer. So machst du es richtig:
Schweres nach unten und zur Achse: Lastschwerpunkt über der Achse, nicht an der Heckklappe.
Zurren, nicht hoffen: Zurrgurte an den Zurrösen, keine „das rutscht schon nicht"-Mentalität. Loses Schüttgut mit Netz oder Plane abdecken.
Nichts übersteht ungesichert: Lange Ladung kennzeichnen, Regeln für Überstand vorher nachlesen.
Nach wenigen Kilometern nachziehen: Gurte setzen sich – kurzer Stopp, alles nachspannen.
Checkliste für die Übergabe
Beleuchtung komplett durchtesten (Blinker, Brems- und Rücklicht) – der Klassiker unter den Problemen
Stecker prüfen: 7- oder 13-polig? Passenden Adapter ggf. mitbringen
Reifen (Risse, Profil, Luftdruck) und Stützrad kurz ansehen
Kupplung aufsetzen, sichern, Abreißseil einhängen
Zustand mit Fotos im Übergabeprotokoll festhalten – schützt Mieter und Vermieter
Häufige Fragen
Darf ich mit normalem Autoführerschein (Klasse B) einen Anhänger ziehen?
Ja. Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse darfst du mit Klasse B immer ziehen. Schwerere Anhänger sind erlaubt, solange Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 kg zulässige Gesamtmasse nicht überschreiten. Es zählen die Werte in den Fahrzeugpapieren, nicht das tatsächliche Gewicht.
Was kostet es, einen Anhänger zu mieten?
Einfache Planenanhänger kosten ab etwa 21 € pro Tag, Motorradanhänger etwa 12–15 €, Autotrailer um 50 € und Pferdeanhänger 48–60 €. Auf Nutze vergleichst du Angebote von Verleihern und Privatpersonen aus deiner Umgebung direkt.
Wie schnell darf ich mit Anhänger fahren?
Außerorts gilt für Gespanne grundsätzlich Tempo 80 – auch auf der Landstraße. Eine Tempo-100-Zulassung des Anhängers (erkennbar an der Plakette) erlaubt 100 km/h ausschließlich auf Autobahnen und autobahnähnlichen Kraftfahrstraßen; auf der Landstraße bleibt es bei 80.
Was muss ich bei der Übergabe prüfen?
Beleuchtung komplett testen, Reifen und Stützrad ansehen, klären ob dein Auto einen 7- oder 13-poligen Stecker hat (ggf. Adapter), und den Zustand mit Fotos dokumentieren – bei Nutze direkt im Übergabeprotokoll in der App.
Chris ist Gründer von Nutze.app, der Vermietplattform aus dem Münsterland. Er beschäftigt sich täglich damit, wie Mieten und Vermieten zwischen Nachbarn einfach und sicher funktioniert – und schreibt hier über genau das.
Selbst vermieten?
Inserieren ist kostenlos und kostet dich keine monatliche Gebühr. Du bestimmst Preis, Zeitraum und wer mieten darf.