Sachen vermieten und Geld verdienen: Was sich wirklich lohnt · Nutze.app
Sachen vermieten und Geld verdienen: Was sich wirklich lohnt
Chris Wernsmann··5 Min. Lesezeit
Am besten vermieten sich Dinge, die viele Menschen selten brauchen, aber ungern kaufen – Werkzeug und Gartengeräte, Anhänger, Event-Ausstattung und Technik. Profi-Verleiher und Baumärkte verlangen dafür zwischen etwa 5 und 50 € pro Tag. Als privater Vermieter legst du dich am besten spürbar darunter – und verdienst mit Geräten, die sonst nur im Keller stehen.
Kurz gesagt:
Warum Vermieten funktioniert
Die Rechnung ist einfach: Ein Vertikutierer wird zweimal im Jahr gebraucht, eine Rüttelplatte einmal im Leben, ein Partyzelt zur Kommunion. Für den Mieter lohnt der Kauf nicht – für dich als Besitzer lohnt jede Vermietung, denn dein Gerät verliert im Regal genauso an Wert wie im Einsatz. Genau diese Lücke füllen Vermietplattformen: Der eine spart sich den Kauf, der andere verdient am Besitz. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für gewerbliche Verleiher – auf Nutze inserieren beide, vom Nachbarn mit dem Vertikutierer bis zum Verleihbetrieb mit ganzem Mietpark. Für dich als Vermieter heißt das: Egal ob ein Gerät oder fünfzig, das Modell ist dasselbe.
Was Profis verlangen – dein Preis-Anker
Bevor du deinen Preis festlegst, lohnt der Blick auf die marktüblichen Preise. Sie zeigen dir, was Mieter zu zahlen gewohnt sind. Als gewerblicher Vermieter mit geprüften Geräten, Auswahl und Service kalkulierst du in dieser Größenordnung – als Privatperson, die ein einzelnes Gerät aus dem Schuppen anbietet, setzt du dich sinnvollerweise 30–50 % darunter. Diese Preise verlangen Baumärkte und Verleiher aktuell (Stand Juli 2026, Quellen am Ende des Artikels):
Gerät
Profi-Preis pro Tag
Anbieter-Typ
Vertikutierer (elektrisch)
39 € (+ 80 € Kaution)
Baumarkt (toom)
Rüttelplatte
ab ca. 10–26 € (Online-Verleih) bis 47 € (Baumarkt)
Verleiher/Baumarkt
Hochdruckreiniger
33 € (+ 70 € Kaution)
Baumarkt (toom)
Bautrockner
ca. 5–15 € (zzgl. Stromkosten)
Spezialverleiher
Anhänger (je nach Typ)
ca. 12–60 €; Planenanhänger ab ca. 21 €
Anhängerverleih
Beamer
ab ca. 19–49 €
Technikverleih
Bierzeltgarnitur
ca. 12 €
Eventverleih
Partyzelt (klein)
ab ca. 30 €
Eventverleih
Beispielrechnung: Vermietest du deinen Vertikutierer als Privatperson für 15 € am Tag und wird er in der Saison nur an 10 Tagen gemietet, sind das 150 € im Jahr. Für ein Gerät, das sonst elf Monate im Schuppen steht. Ein Anhänger für 15 €/Tag, der zweimal im Monat rausgeht, bringt rund 360 € im Jahr.
Woran du erkennst, ob sich dein Gerät vermieten lässt
Vier Fragen reichen für eine ehrliche Einschätzung:
Ist die Anschaffung teuer genug? Was 20 € kostet, kauft man selbst. Ab einem Kaufpreis von grob 100 € wird Mieten für andere interessant.
Wird es selten gebraucht? Je seltener der Durchschnittshaushalt das Gerät nutzt, desto eher wird gemietet statt gekauft.
Ist es robust und einfach zu bedienen? Was beim ersten Fremdgebrauch kaputtgeht oder eine Einweisung von einer Stunde braucht, macht wenig Freude.
Passt es in einen Kofferraum oder auf einen Anhänger? Abholbarkeit ist der Normalfall bei privater Vermietung.
Werkzeug, Gartengeräte, Anhänger, Event- und Partyausstattung, Beamer und Kameras erfüllen diese Kriterien am häufigsten – deshalb dominieren sie auch das Angebot der Profi-Verleiher.
So schreibst du ein Inserat, das gemietet wird
Titel mit Fakten: Gerätetyp plus Marke plus Leistungsmerkmal – „Vertikutierer Elektro 1.500 W" statt „Gartengerät abzugeben".
Ehrliche Fotos: Tageslicht, mehrere Perspektiven, Zubehör mit aufs Bild. Gebrauchsspuren zeigen statt verstecken – das schafft Vertrauen und schützt dich bei der Rückgabe.
Klarer Preis, klare Bedingungen: Tagespreis, ggf. Wochenendpreis, Kaution ja/nein, was zum Lieferumfang gehört (Kabel, Gasflasche, Heringe …).
Verfügbarkeit pflegen: Ein aktueller Kalender erspart dir Anfragen für Termine, an denen das Gerät weg ist.
Schnell antworten: Wer zuerst antwortet, vermietet – Mieter fragen oft mehrere Angebote gleichzeitig an.
Sicherheit: die Übergabe entscheidet
Der häufigste Einwand gegen privates Vermieten ist die Sorge vor Schäden. Die Antwort darauf ist Dokumentation: Bei Nutze hältst du die Übergabe direkt in der App fest – mit Fotos und Zustandsprotokoll bei Abholung und Rückgabe. So ist der Zustand vor und nach der Miete belegt, und beide Seiten sind abgesichert. Bezahlt wird sicher online über die Plattform oder bar bei der Übergabe. Nach jeder Vermietung bewerten sich Mieter und Vermieter gegenseitig – mit jeder guten Bewertung vermietet sich dein Gerät leichter.
Steuern: der Rahmen in einem Absatz
Einnahmen aus der gelegentlichen Vermietung beweglicher Gegenstände zählen in der Regel zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Dort gilt eine Freigrenze von 256 € pro Jahr: Bleiben deine Einkünfte (Einnahmen minus Ausgaben) darunter, bleiben sie einkommensteuerfrei. Wichtig: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag – ab 256 € ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht in größerem Stil vermietet, kann die Schwelle zum Gewerbe überschreiten. Dieser Absatz ist keine Steuerberatung – bei größeren Einnahmen kläre deine Situation mit einem Steuerberater.
Häufige Fragen
Was ist, wenn mein Gerät kaputt zurückkommt?
Dank Übergabeprotokoll mit Fotos ist dokumentiert, in welchem Zustand das Gerät übergeben wurde. Für Schäden während der Mietzeit haftet grundsätzlich der Mieter. Kläre den Umgang mit Verschleiß und Kaution vorab im Inserat.
Muss ich eine Kaution verlangen?
Das entscheidest du selbst. Bei hochwertigen Geräten ist eine Kaution üblich – auch Profi-Verleiher verlangen sie, beim Baumarkt z. B. 70–90 €. Schreib die Höhe transparent ins Inserat.
Kostet das Inserieren etwas?
Nein. Inserieren auf Nutze ist kostenlos, es gibt keine monatlichen Gebühren. Eine Servicegebühr entsteht nur, wenn ihr über die sichere Online-Zahlung abrechnet – sie wird dann von deiner Auszahlung einbehalten. Zahlt dein Mieter bar bei der Übergabe, fällt keine an.
Lohnt sich das auch in einer ländlichen Region?
Gerade dort – wo das nächste Mietangebot sonst weit weg ist, ist ein Inserat in der Nachbarschaft die attraktivste Option. Die Umkreissuche zeigt dein Inserat auch Interessenten aus den Nachbarorten.
Chris ist Gründer von Nutze.app, der Vermietplattform aus dem Münsterland. Er beschäftigt sich täglich damit, wie Mieten und Vermieten zwischen Nachbarn einfach und sicher funktioniert – und schreibt hier über genau das.
Selbst vermieten?
Inserieren ist kostenlos und kostet dich keine monatliche Gebühr. Du bestimmst Preis, Zeitraum und wer mieten darf.